ANALOGON FÜR DIGITAL III
ANALOGON FÜR DIGITAL III
Dmitry Zakharov (1986, Moskau)
Dmitry Zakharov ist ein Medienkünstler, der in Köln und Berlin lebt und arbeitet. Seine Arbeiten, geprägt von pulsierenden Lichtsequenzen und kontinuierlichen Transformationen, zeichnen sich durch ein feines Gespür für Materialität aus: Flüssigkeiten, Körper, Licht und Farben verbinden sich mit einem Hauch von Dunkelheit.
2015 Ars Electronica, Linz
2022 Geist, Deutschlandfunk, Köln
2024 Next Level Festival, Dortmund
Simon Hosseini (1986, Köln)
Simon Hosseini ist ein in Köln lebender Künstler, der seine Erfahrung im Schilderhandwerk nutzt, um eigenständige und zum Nachdenken anregende Kunstwerke zu schaffen. Mit einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und großer Hingabe an sein Handwerk verbindet Hosseini verschiedene Materialien wie Glas, Kunststoffe, Holz und Metall zu komplexen und visuell eindrucksvollen Arbeiten.
2024 This is not Heinrich, CO3, Köln
This is not Heinrich, 2024
Multimedia Installation
„This is not Heinrich“ ist eine audiovisuelle Installation, von DMITRY ZAKHAROV und SIMON HOSSEINI, die die Verflechtung von Vergangenheit und Zukunft untersucht, indem sie digitale und analoge Technologien in einen direkten Dialog stellt. Sie verbindet historisches Fotomaterial mit zeitgenössischen KI-Prozessen und lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung darüber ein, wie Technologie unser Verständnis von kulturellem Erbe, Authentizität, sozialen Strukturen und Emotionen formt. Im Zentrum steht ein lichtbasiertes Triptychon aus 130 Glasnegativen aus Deutschland der 1930er- und 1940er-Jahre, deren Wirkung durch stetig wechselnde Farb- und Lichtanimationen transformiert wird. Ergänzt wird dies durch einen bodenmontierten Bildschirm mit KI-generierten Bildern, die aus der Analyse und Neuinterpretation der historischen Negative hervorgehen. So werden einst auf Glas fixierte Personen in künstlichen Szenarien „wiederbelebt“ und machen sichtbar, wie Technologie kulturelles Gedächtnis zugleich bewahren und verändern kann.
Eine von KI-Modellen erzeugte Klanglandschaft, die Bildbeschreibungen in Geräusche übersetzt und von den Künstlern weiter komponiert wurde, vertieft diese Auseinandersetzung akustisch. Die Präsentation beinhaltet zudem die originale Fundkiste mit Negativen sowie eine KI-Analyse ihrer Fotografie, deren Ergebnisse erneut in die Installation zurückgeführt werden. Dieser zirkuläre Prozess zwischen maschineller und menschlicher Wahrnehmung verstärkt die Frage, wie Technologie unser Verständnis von Geschichte und kulturellem Erbe neu interpretieren kann. Durch die Gegenüberstellung originaler Fotografien und KI-Bilder wird deutlich, wie fragil die Grenze zwischen Authentizität und Fiktion geworden ist. Damit thematisiert die Arbeit auch die emotionale Wirkung von Bildern in einer Zeit exponentiell wachsender KI-Bildproduktion. „This is not Heinrich“ schafft so einen Raum, in dem Besucher über Wahrheit, Manipulation und die politische wie persönliche Formbarkeit unserer Gefühle nachdenken können.